Jetzt beginnt wieder die Zeit, wo man nach Möglichkeit den ganzen Tag schläft, damit der Tag einfach endet und die Gedanken nicht zu laut werden können.
In letzter Zeit werdet ihr alle immer fremder für mich. Der Versuch eine Bildung zu halten scheint unmöglich. Ich war schon immer dieser Einzelgänger, mein ganzes Leben lang also wieso etwas dran ändern? Alle sagen ich soll Gefühle zulassen weil sie einen menschlich machen aber ich bin schon lange kein Mensch mehr. Was bringen mir Gefühle? Alles was ich brauche bekomme ich auch so, ich muss mich dafür nicht verletzlich und angreifbar machen
Intimität ist, wenn du nicht nur den Klang der Worte hörst, sondern die Stille zwischen den Sätzen verstehst.
Du hältst deine Tränen zurück und lügst ihnen mit einem Lächeln ins Gesicht. “Mir geht’s gut”.
Und wenn du dann Zuhause bist, dann kommt der ganze Scheiß hoch und du fragst dich “warum war ich nicht ehrlich, warum habe ich schon wieder nichts gesagt?” Und somit musst du Mal wieder alleine mit deinen Gedanken klar kommen. Du sitzt heulend im Bett und redest dir immer und immer wieder ein, dass es Morgen besser wird. Morgen ist ein neuer Tag. Neuer Tag = Neue Gedanken. Aber natürlich weißt du, dass dein Gedankenkreis dich immer wieder einholt. Jeden Abend hast du die gleichen Gedanken. Jeden Abend denkst du an deine Liebsten und warum sie verdammt nochmal nicht bemerkten, wie dreckig es dir geht. Du denkst daran, dir das Leben zu nehmen aber irgendwas hält dich hier fest. Es ist diese verdammte Hoffnung, dass es ja besser werden könnte. Wir wissen, dass es Morgen nicht besser wird, aber wir hoffen, dass es bald besser wird. Und so sitzen wir abends mit der Klinge in der Hand da, verletzen uns selbst und hoffen, dass es besser wird. Es muss doch besser werden… Oder? Es muss!
Und dann kommen wieder die Ängste… Was ist, wenn es nie besser wird? Wie lange muss ich noch kämpfen? Oder besser gefragt, wie lang kann ich noch kämpfen? Wie lang muss ich noch lügen? Wie lange braucht es, damit ich ehrlich sagen kann, dass es besser wird?
Und natürlich bin ich in Therapie und natürlich habe ich gute Tage oder sogar Wochen. Es gibt schon viele Hochs in meinem Lebens. Aber wenn ein Tief kommt, dann haut es mich in die Dunkelheit runter und allein komm ich da nicht mehr raus. Und genug Mut habe ich auch nicht. Ich müsste nur jemanden Mal sagen, wie es mir wirklich geht. Doch ich weiß, dass es dadurch nicht besser wird. Und somit ist die Angst da, dass ich nur doofe Reaktionen oder sinnlose Tipps bekomme. Aber eigentlich wünsche ich mir nur, dass jemand weiß, wie es mir geht. Dass jemand weiß, dass ich kämpfe. Dass jemand weiß, ich gebe jeden Tag mein bestes aber ich werde müde und müder. Ich habe Angst, dass mich bald meine Kraft verlässt. Und was ist, wenn mir dann keiner sagt, dass ich weiter kämpfen muss? Was ist dann?
Ich bin so kraftlos. Ich fühle mich mehr tot als lebendig. Meine Gedanken werden immer negativer und ich falle immer weiter. Nichts kann mich noch aufhalten. Es geht einfach immer weiter bergab.
ich fühle mich leer. einsam. als wenn ich nicht richtig lebe, sondern das leben nur an mir vorbei zieht.
